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Haus ohne Alkohol mit allerlei Projekten


 

Ein Haus ist seit 2006 für Übergangswohnen für Bewohner reserviert, die absolut keinen Alkohol trinken bzw. für trockene ehemalige Alkoholiker. Es gibt Platz für eine Wohngemeinschaft für drei Männer. Allen gemeinsam stehen eine Wohnküche, ein Raum mit einer gemütlichen Sitzecke, ein Bad und zwei Toiletten zur Verfügung. Im Freien kann eine Gartengarnitur auf einer kleinen Wiese genützt werden.

Das Haus ermöglicht allerlei Projekte und Beschäftigungsmöglichkeiten rundherum. Zum Beispiel:

 

Projekt Waschküche

Zunächst stand das Ausräumen von allerlei Gerümpel an. Drei Bewohner (Notschlafstelle, Übergangswohnungen) und eine Kollegin halfen tatkräftig mit. Man glaubt ja gar nicht, vieviel unnützes Zeugs sich da ansammelt. Das Abfallsammelzentrum hatte auch nicht allzu viel Freude mit uns, sind wir doch an diesem Tag mit drei Hängerladungen zum Entsorgen gekommen. Und weil viel Arbeit sehr hungrig macht, gingen wir alle fünf erstmals essen, so richtig ins Gasthaus! Auch anbei waren wir stolz auf „unsere“ Männer, die sich ganz hervorragend benommen haben!

Und als Draufgabe, erledigten wir am späten Nachmittag noch so nebenbei ein e Wohnungsräumung für einen der Mithelfer.

Mein Erfolgserlebnis dabei ist, dass ich schön langsam aber sicher eine Expertin fürs Hänger-Zurückschieben bin, ich kriege es inzwischen schon ganz gut hin.

 

Als zweite Etappe erfolgte der Regaleinbau. Und es kamen nur Regale vom besten Tischler der näheren und weiteren Umgebung hinein. Das ist das Ein-Mann-Team Erich F. mit mir als höchstpersönlich angelernte Assistentin (=Zureicherin). Erich baute das Regal millimetergenau, abbaubar, wieder verwendbar, mit einer professionellen Routine, sodass letztendlich sogar Jan, der Perfektionist, nichts mehr zu sagen hatte.

 

Das schon durch das Ausräumen perfekt eingespielte Team hat sich dann auch beim Sortieren, Schlichten und Einräumen sehr bewährt.

 

Projekt Krippe

Die Kollegin Traudi und der beste Tischler Erich sind sozusagen Dauerstammgäste im Hause, dh. in zwei Räumen – einer wird als Lager genutzt und der zweite als Werkstatt.

Die Neuschaffung der Krippenfiguren geht zügig voran. Erich zeigt große Talente darin, die lebensgroßen Figuren zu „erschaffen“, sie lebensnah darzustellen und durch deren Körperhaltung Lebendigkeit in die Krippendarstellung zu bekommen. Die Liebe zum Detail zeigt sich zum Beispiel darin, dass ein Hirte das kleine Schaf streichelt, ein anderer zum Stern zeigt, selbstverständlich mit handgeschnitzten Händen.

 

Projekt Garten

Erwin P. hat den Kampf gegen die Wildnis gewonnen. Er hat gejätet, umgestochen, ausgerissen, neu gepflanzt, gehätschelt, gepflegt, gegossen, Schädlinge verjagt, kompostiert ... und siehe da, es ist ein kleines Paradies.

An Erwin ist ein perfekter Gärtner verloren gegangen. Auf seinen Beeten wächst und gedeiht alles bestens. Nur die Schnecken ärgern ihn etwas. Aber die reiche Ernte tröstet über vieles hinweg.

 

Was den Rasen betrifft, ist immer wieder als „Gastarbeiter“ unser „Mann für alle Fälle“ im Einsatz, der „Proba-geschulte“ Mini. Also, eines muss ihm auch der Neid lassen, wenn er arbeitet, dann macht er es schnell, sauber und gründlich. Auch, wenn er zwischendurch immer wieder eine Pause einlegt, und zwar im allzu nahen Merkur Markt.

 

Projekt Kunst

Mit Jan ist ein Künstler eingezogen, ein Maler und Bildhauer. Er produziert sehr schöne, detailgenaue Landschaftsbilder und ästhetisch sehr ansprechende Bildhauerarbeiten. Ein Problem hat er derzeit mit der Muse: sie küsst ihn leider viel zu selten und so bleiben diese Werke – bisher – seltene Einzelstücke.

Text: Silvana Aufreiter

 

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Beitrag erstellt von Eva am 01-10-2008 und zuletzt geändert am: 22-09-2011 um 09:52 Uhr