Mit dem Schiff auf der Donau
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Ausflug nach Passau
Start: Mittwoch 7.00 Treffen, Abfahrt 7.15, Direktflug nach Linz, umsteigen in den ICE nach Passau „Anton Bruckner“!
9.20 Ankunft Passau: sofort Suche nach Frühstückslokal, zuerst hat Traudi noch Fotos auf Bahnsteig gemacht, die sich wieder als 5 Videos herausstellten. Kleksi allerdings wollte ein tolles Sommerhosenmodell für unseren Chef fotografieren – echt sehenswert – der Boden des Bahnsteiges!
Nicht jeder Biergarten ist um diese Zeit geöffnet, aber wir haben einen gefunden. Als die ersten Gäste an diesem Morgen genossen wir alle Vergünstigungen, d.h. wir mussten die 2. Charge selber bestellen. Da es dort keine adäquate Jause für uns Ösis gab, holten wir uns in der Metzgerei jeder eine „Puppenhaus-Leberkässemmel“ (nicht so hübsch, aber so klein!).
Passau ist eine wunderschöne Stadt, es blieben uns von der Ankunft am Bahnhof bis zur Abfahrt mit dem Schiff genau 2 ½ Stunden.
Der Bummel durch die Stadt kam eher einem Seniorenausflug gleich, ehrlich, Kleksis Beine sind wirklich reparaturbedürftig. Aber wenn man langsam geht, kann man viel mehr sehen und aufnehmen. Kleksi, der ja der langsamste von uns war, hatte dafür viel Zeit, sich in eine junge Dame mit lila Hose und kleinem A… zu verschauen. Dass er davon noch langsamer wurde, ist ein Gerücht!
Herta hatte nach kürzester Zeit 2 Stammlokale und eine Terassenwohnung für den eventuellen Umzug nach Passau gefunden – sie würde jederzeit dorthin gehen.
Gerhard war der einzige, der eine Karte nach Hause zu seiner Mama schrieb – wir hätten auch welche schreiben können, das fiel uns aber erst nachher ein: z.B. Hanzlik und Elke.
Nachdem der Dom gesperrt war (Öffnung erst 11.15 Uhr) versuchten Herta und ich die Herren der Schöpfung durch eine kleine Hutmodenschau aufzuheitern – na ja! Herren scheinen andere Geschmäcker zu haben.
Beim an Bord gehen mussten wir unsere Tickets umtauschen und wurden darauf hin gewiesen , dass wir in Schlögen umsteigen müssen. Gerhards Frage: „Welcher Bahnsteig bitte?“ hat uns alle begeistert, auch den Steward.
12.00 Uhr startet unser Schiff, die „Passau“. Vorher wurde sie von uns von vorne und hinten und oben und unten fotografiert. Traudi hatte ein Richtungsproblem und konnte sich nicht wirklich erklären, warum das Schiff beim Wegfahren auf einmal umdreht!?!
In der Sonne auf dem Oberdeck sitzend genossen wir die Fahrt und den Schnitzelgeruch aus der darunterliegenden Küche. Zum Essen war es allerdings noch etwas zu früh, wahrscheinlich waren alle noch voll von der Puppenhausleberkässemmel. Kleinere Probleme gab es mit dem Zigarettenanzünden, bei dem super Fahrtwind war es etwas schwierig. Positiv ausgewirkt hat er sich (der Fahrtwind) dann bei dem entstehenden Sonnenbrand. Diesen merkte man erst am Abend. Von Rötung bis Blasen und sehr schmerzhafter Haut war alles drin. Gerhard hat sich dann noch mit einer Wespe oder sonstwas angelegt. Der Stich war trotz sofort aufgelegter Schmerztablette so arg, dass er am übernächsten Tag fast einen Arzt gebraucht hätte. Zum Thema Schmerztablette seine Aussage: „Wenn dies Viagra wäre, hätte ich jetzt einen steifen Daumen“!
Gleichzeitig mit uns ist in Passau ein tolles Schweizer Kreuzfahrtschiff gestartet, die Amalyra oder, wie wir sie nannten, die Emmentaler. Da sie etwas langsam, also typisch schweizerisch, unterwegs war, hatten wir die stille Hoffnung, sie demnächst zu überholen. Wir hatten allerdings nicht mit der Tatsache gerechnet, dass unser Schiff bei jedem Hauseck anlegen musste, vielleicht waren wir ein Postschiff?
Tatsache war, dass sie uns immer auf Armlänge auf Abstand hielt, in Ottensheim hatte sie keine Chance mehr und wurde von uns unter lautem Jubel überholt. Nach dem Zielfoto mussten wir zwar sofort wieder anlegen, aber es war uns eine Genugtuung, wenigstens einmal vorne gewesen zu sein.
Sehr spannend war das Schleusen! Dreimal konnten wir beobachten, dass Herta als Technikerin punktgenau die Höhe der erreichten Wand angeben konnte, jahrelange Erfahrung zahlt sich aus!
Mittagessen gab es nach dem Umsteigen erst in Schlögen. Wir wollten dreimal Eierschwammerl mit Knödel, die nicht auf der normalen Karte standen, sondern extra ausgewiesen waren. Zweimal hat der Steward Eiernudeln, also Spätzle mit Käse und Eiern verstanden und auch gebracht. Kleksi und Traudi hatten Mitleid mit dem Ober und haben halt bei dieser Mörderhitze mal was Leichtes gegessen, siehe oben!
Nach einer halbstündigen Verspätung, die bei dieser wunderschönen Fahrt keinem was ausmachte, kamen wir um 18.20 in Linz an. Zu Fuß zum Hauptplatz, zur Straßenbahnhaltestelle, ein Katzensprung, aber für Kleksis Beine die längste Fußstrecke der Welt. Er war wirklich etwas gehandikapt! Es ging sich gerade noch aus, dass wir den geplanten Zug um 18.50 nach Steyr erwischten. Super timing!
Als Abschluss unserer Reise in die weite Welt vergönnten wir uns noch ein Eis in der Pachergasse! Die Temperaturen um 20.30 Uhr waren bereits erträglich, das erste Mal an diesem Tag.
Doch noch ein wenig schwitzend sorgte Kleksi für das letzte verbale Highlight des Tages: „Ich bin schon neugierig, wer heute schneller in der Badewanne ist – das Wasser oder ich!“
Viele wunderschöne Erinnerungen an diesen Tag werden uns noch lange begleiten und in unserer momentanen Situation, so leicht oder so schwer sie auch sein mag, als Lichtblick und als Tankstelle fungieren. Solche Tage erinnern uns an unser Leben davor, an den Alltag, an die Höhepunkte, einfach an alles, was Leben ausmacht!
Beitrag erstellt von Eva am 16-09-2011 und zuletzt geändert am: 16-09-2011 um 19:45 Uhr

