Solidarität für Maklele Dennis
„Für Maklele“ steht über der Petition mit Unterschriftenliste, die seit Dezember im Umlauf ist. „Für Maklele“, damit Maklele Dennis in Österreich, in Steyr bleiben kann. Derzeit befindet sich Maklele Dennis auf der Psychiatrischen Abteilung des Krankenhauses in Steyr. Nach seinem zweiten negativen Asylbescheid im November 2010 war er so verzweifelt, dass er sich das Leben nehmen wollte. „I wanted to be in heaven, not always suffer, suffer, suffer … for me it is very dangerous to go back to Nigeria. My life is not saved there, that’s why I concluded to try to kill myself“ beschrieb er seinen Befund über diese Welt.
Maklele Dennis ist 21 Jahre, geboren in Nigeria, seit fünf Jahren in Österreich. Seine Mutter verstarb früh, seinen Vater verlor er mit 11 Jahren, er wurde ermordet. Danach verließ er sein Land und war fünf Jahre auf der Flucht. Mit 16 Jahren kam er nach Österreich. Nach diesen gefahrvollen und unsicheren Jahren wurde Steyr über die Jahre zu seinem Zuhause. Inzwischen lebte er in einer kleinen eigenen Wohnung und verdiente sein Geld beim Kupfermucknverkauf. Seine offene, ehrliche und fröhliche Art half ihm, in Steyr auch sozial gut anzukommen. Er mag Menschen, glaubt an Gott und hat kein Interesse an Stress und Ärger. Umso mehr nimmt er sich unberechtigte Vorwürfe und Diskriminierungen sehr zu Herzen.
Wenn man sieht, wie viel Maklele schon hinter sich hat und wie viel er schon meistern musste, ist es verständlich, wie lebensbedrohlich und vernichtend der erneute negative Asylbescheid und die bevorstehende Abschiebung für ihn sein mussten. Eine Rückkehr ist für ihn unvorstellbar, weil es für ihn in Nigeria keine sozialen Anknüpfungspunkte gibt und weil er dies aufgrund seiner Erfahrungen für sehr gefahrvoll einschätzt. Nigeria ist das Land, aus dem er als Kind geflüchtet ist, gefolgt von Fluchtjahren als Jugendlicher. Eine Abschiebung bedeutet für ihn den absoluten Verlust von lebenswichtigen Beziehungen und den sozialen Tod.
Makleles Zustand in der Psychiatrie hängt im Wesentlichen von seinen Lebensperspektiven ab. Solange es diese nicht gibt, fehlt auch der Lebensmut. Die Unterbringung auf der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie wurde bis Anfang Februar verlängert. Diese Zeit muss für unterstützende Maßnahmen genützt werden. Über die Volkshilfe wurde zunächst eine Aufschiebung der Abschiebung beantragt. Eine Gruppe von Privatpersonen, die Maklele schon lange kennen und begleiten, werden die nächsten Schritte Richtung humanitäres Bleiberecht und Niederlassungsbewilligung vorbereiten. Dazu werden Nachweise dafür gesammelt, dass M. Dennis gut integriert ist, auch über Unterschriftenlisten mit der Petition hinsichtlich Niederlassungs- und Arbeitsbewilligung (im Internet herunter zu laden, von der Homepage: http://allianzff.livejournal.com, koordiniert von Eva Reisz in Steyr). Die nachweisliche Arbeit als Kupfermuckn-Verkäufer ist ebenfalls wichtig, sowie eine Beschäftigungszusage für die Zukunft.
Maklele Dennis darf nicht abgeschoben werden! Er braucht Hilfe und Unterstützung, um sein Leben wirklich zu retten. Er braucht mehr als eine Krankenversicherung und Unterbringung in der Psychiatrie in Österreich (auch wenn es gut ist, dass es zumindest diesen Zufluchtsort gibt und dass für ihn eine Krankenversicherung ausverhandelt wurde). Er braucht - wie seine Freunde sagen - Ruhe und Geborgenheit, um körperlich und psychisch heilen zu können. Er braucht einen Platz in Österreich, eine Gemeinschaft, eine Arbeit, eine Niederlassungsbewilligung, eine Arbeitsbewilligung.
Und wir brauchen eine gerechtere und humanere Politik und Gesetzeslage, wie wir generell mit Menschen in Österreich umgehen. Die Asylrechts- und Bleiberechtsdebatte muss unbedingt weiter geführt werden. Der Diskursrahmen reicht von humanitärem Bleiberecht nach fünf Jahren, mit bestimmten Auflagen, bzw. nach drei Jahren bis zu einem unbeschränkten Niederlassungs- und Bleiberecht als allgemeines, universelles Menschenrecht. Maklele Dennis ist kein Einzelfall, aber im Wahrnehmen des Leidens einzelner Betroffenen erkennen wir auch das Ausmaß der Beschädigung durch unser derzeitiges Rechtssystem.
Bitte helft Maklele! Das wünschen wir uns mit
Eva Reisz und allen UnterstützerInnen von M. Dennis in Steyr
Text: Eva Eichinger
Beitrag erstellt von Eva am 21-12-2010 und zuletzt geändert am: 27-11-2011 um 18:01 Uhr
